Kostenloser Versand ab 50€ Warenwert innerhalb Deutschlands.

Gießtutorial: Hanf richtig gießen auf Erde

Wie gießt man Cannabis am besten? Tipps für den Eigenanbau auf Erde.

Einleitung

Der Eigenanbau von Cannabis erfreut sich zunehmender Beliebtheit, sowohl für medizinische Zwecke als auch für den Freizeitgebrauch. Ein entscheidender Faktor für den erfolgreichen Anbau ist das richtige Gießen. In diesem Blogeintrag geben wir dir wichtige Tipps und Techniken, um deine Cannabispflanzen optimal zu bewässern und gesund zu halten.

Inhalt:

  1. Warum ist richtig Gießen so wichtig?
  2. Häufige Fehler beim Gießen
  3. Wie du richtig gießt
  4. Erkennen von durstigen oder übergossenen Pflanzen
  5. Rettung ausgetrockneter Pflanzen

Warum ist das richtige Gießen so wichtig?

Cannabispflanzen benötigen die richtige Menge an Wasser, um optimal zu wachsen und zu gedeihen. Zu viel oder zu wenig Wasser kann zu Problemen wie Wurzelfäule, Nährstoffmangel oder Wachstumsstörungen führen. Wie häufig du gießt spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Eine ausgewogene Bewässerungstechnik stellt sicher, dass die Pflanzen die notwendigen Nährstoffe aufnehmen können und gesund bleiben.

Häufige Fehler beim Gießen und wie man sie vermeidet

  1. Überwässerung: Ein häufiges Problem, das zu Wurzelfäule und Sauerstoffmangel im Wurzelbereich führen kann. Es ist besonders wichtig zu verstehen, dass Überwässerung hauptsächlich durch zu häufiges gießen verursacht wird, und nicht, wie fälschlicherweise angenommen, durch zu viel Wassermenge pro Gießvorgang. Gießt du zu häufig kann die Erde nie trocknen und es kommt kein Sauerstoff an die Wurzeln.
  2. Zu wenig Wasser: Zu wenig Wasser führt meistens dazu, häufiger zu gießen, was schnell Staunässe verursacht. Düngst du mineralisch und gießt zu wenig, kann das zu einer unerwünschten Konzentration der Nährsalze am Boden des Topfes führen. (Lockout link)
  3. Unterwässerung: Dies führt zu hängenden Blättern, Wachstumsstörungen und schlussendlich zum Tod der Pflanze. Aus Angst vor einer Überwässerung gießen manche neuen Grower ihre Pflanze mit viel zu wenig Wasser im Verhältnis zur Topfgröße.
  4. Falsche Temperatur: Kaltes Wasser aus der Leitung kühlt die Wurzeln zu weit ab, am besten Wasser mit Zimmertemperatur verwenden. Zu warmes Wasser ist ebenfalls nicht zu empfehlen.

Technik für das richtige Gießen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten richtig zu Gießen, die folgende Technik hat sich jedoch für Anfänger gut bewährt und wird auch noch von erfahrenen Growern angewendet.

Bevor du gießt, stelle fest, ob überhaupt gegossen werden muss. Der beste Anhaltspunkt ist das Gewicht des Topfes, denn mit Wasser vollgesogene Erde ist schwer. Hebe dazu den Topf einfach an, um ein Gefühl für das Gewicht zu bekommen. Ist der Topf relativ leicht, und die obersten 2-3cm der Erde sind trocken, kannst du jetzt gießen. Danach richte dich nach der folgenden Technik.

Gießmenge: Die Menge des Gießwassers ergibt sich aus der Größe der Töpfe. Nehmen wir als Beispiel einen Topf mit 10l Volumen, der komplett mit Erde gefüllt ist. Dieser sollte mit ungefähr einem Drittel seines Volumens, also ca. 3 Litern gegossen werden. Wäre der 10 L Topf nur zur Hälfte gefüllt, würde mit 1,5 L gegossen. Die Wasseraufnahmefähigkeit der Erde hängt davon ab, wie stark sie im Topf verdichtet ist, deswegen gilt ein Drittel als Richtwert. Ist die Erde sehr locker, kann sie möglicherweise etwas weniger aufnehmen.

Geschwindigkeit: Das Wasser sollte jedoch nicht einfach auf einmal in den Topf gekippt werden, denn die Erde braucht etwas Zeit, um sich vollzusaugen. Gieße also am besten auf mehrere Etappen mit ein paar Minuten Pause dazwischen. Dabei solltest du darauf achten, die komplette Erde im Topf zu gießen, nicht nur um den Stamm herum. So stellst du sicher, dass keine trockenen Stellen im Topf entstehen oder das Wasser einfach durchläuft.

Gießtutorial Grow, Hanf richtig gießen, Überwässerung vermeiden

Gewichtsmethode: Nachdem du gegossen hast, solltest du den Topf anheben, um sein Gewicht zu ermitteln. Alternativ kannst du auch eine Personenwaage verwenden, um das genaue Gewicht zu bestimmen. Angenommen, der Topf wiegt nach dem Gießen 6 kg, dann solltest du erst wieder gießen, wenn er etwa 3 kg wiegt, also die Hälfte des nassen Gewichts erreicht hat. Zu Beginn ist das Wiegen hilfreich, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Diese 6 kg sind von nun an der Referenzwert.

Häufigkeit: Abhängig von der Größe der Pflanze, der Topfgröße und den herrschenden Klimabedingungen kann es einige Tage dauern, bis erneut gegossen werden muss. Wenn du jedoch fast täglich gießen musst, weil der Topf zu leicht wird oder die Pflanze die Blätter hängen lässt, ist der Topf möglicherweise zu klein. In diesem Fall ist es ratsam, in einen größeren Topf umzutopfen (Link).

Drain: Beim Gießen ist es normal, dass etwas Wasser durch die Drainagelöcher des Topfes austritt. Dieses überschüssige Wasser (Drain) sollte nicht im Untersetzer stehen bleiben, sondern entweder weggegossen oder für andere Zimmerpflanzen genutzt werden. Wenn jedoch sehr viel Wasser austritt, kann das daran liegen, dass zu schnell gegossen wurde oder die Erde noch zu feucht war und das Wasser nicht richtig aufnehmen konnte. In diesem Fall wurde möglicherweise zu früh gegossen. Ein geringer Abfluss bei jedem Gießen ist erwünscht, um Ansammlungen von Salzen im Substrat zu vermeiden und die Wurzeln zu schützen. Bei organischem Düngen kann auf Drain verzichtet werden.

Gießen mit Drain hilft gegen Versalzungen in der Erde.
Salzablagerungen im Untersetzer

Erkennen von durstigen oder übergossenen Pflanzen

Durstige Pflanzen erkennt man daran, dass die Blätter nach unten hängen und sich die Blattstiele ebenfalls nach unten biegen. Hängen nur die Blätter, aber die Stiele sind noch gestreckt, kann das Problem anderswo liegen. Zuerst beginnen in der Regel die unteren Blätter zu hängen.

Übergossene Pflanzen können ebenfalls die Blätter hängen lassen. Allerdings rollen sich die Blätter dabei eher nach unten ein, während der Stiel noch gestreckt ist. Der Wasserüberschuss beginnt meistens an den oberen Blättern.

Zu wenig gegossene Hanfpflanze mit Wassermangel.
Wassermangel, die Blätter hängen und die Stiele biegen sich nach unten.
Zu viel Wasser bei einer Cannabispflanze sorgt für eingerollte Blätter.
Übergossene Pflanze, nach unten gerollte Blätter an gestreckten Stielen.
Gesunde Cannabispflanze mit ausgestreckten Blättern und richtiger Bewässerung.
Gesunde Pflanze mit gestreckten Blättern

Rettung von ausgetrockneten Pflanzen

Falls deine Pflanze mal zu wenig Wasser bekommen hat, alle Blätter hängen und du sie schon für tot erklären möchtest, gieße sie trotzdem sofort. Cannabispflanzen können sich häufig erstaunlich gut von Wassermangel erholen. Zusätzlich kannst du die Blätter gründlich mit Wasser besprühen um die Pflanze bei der Erholung zu unterstützen.

Hanfpflanze nicht gegossen, vertrocknet und durstig.
Links ausgetrocknete Hanfpflanzen, rechts wieder erholt nach dem Gießen. Die anderen Pflanzen im Gewächshaus haben nicht überlebt.

Wurde die Erde im Topf sehr trocken, so dass alle Blätter hängen und sich ein großer Spalt zwischen dem Topf und der Erde bildet, kannst du die Pflanze tauchen. Damit stellst du sicher, dass sich keine trockenen Stellen (Trockenspots) in der Erde befinden. Denn stark ausgetrocknete Erde kann teilweise nur schwierig wieder gleichmäßig befeuchtet werden. Zum tauchen füllst du einen Eimer mit Wasser, der am besten tiefer als der Topf ist. Anschließend drückst du den Topf so lange unter Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Nach ungefähr zehn Minuten nimmst du die Pflanze wieder aus der Schüssel, und lässt das restliche Wasser noch etwas ablaufen.

Töpfe und Drainage

Verwende immer Töpfe mit Drainagelöchern, da geschlossene Behälter wie z.B. Eimer ungeeignet sind. Es ist wichtig, dass überschüssiges Wasser abfließen kann und die Wurzeln ausreichend Sauerstoff bekommen.

Das Thema Drainage mit Blähton am Boden des Topfes wird kontrovers diskutiert. Theoretisch soll eine Schicht aus Blähton das Abfließen des Wassers erleichtern und verhindern, dass die Wurzeln zu lange im Wasser stehen. Kritiker argumentieren jedoch, dass diese Schicht das nutzbare Erdvolumen verringern kann, da die feuchtere Zone einfach nach oben verlagert wird. In eigenen Tests wurde beobachtet, dass die Wurzeln die Blähtonschicht vollständig durchwurzelt haben. Möglicherweise verbessert der Blähton den Wasserabfluss, da keine Erde die Drainagelöcher blockiert. Eine eindeutige Empfehlung lässt sich nicht treffen, jedoch ist das Anlegen einer Drainageschicht schon lange gängige Praxis.

Fazit

Das richtige Gießen ist entscheidend für den erfolgreichen Eigenanbau von Cannabis. Indem du die richtige Bewässerungstechnik anwendest und häufige Fehler vermeidest, kannst du gesunde und ertragreiche Pflanzen heranziehen. Experimentiere und beobachte deine Pflanzen sorgfältig, um die optimalen Bedingungen für ihren Anbau zu schaffen. Mit der Zeit entwickelt sich ein Gefühl für den Wasserbedarf deiner Cannabispflanzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert