Kostenloser Versand ab 50€ Warenwert innerhalb Deutschlands.

Schädlinge im Cannabisanbau

Schädlinge im Cannabisanbau: Erkennung, Folgen und Bekämpfung

Der Anbau von Cannabis kann eine lohnende, aber auch herausfordernde Aufgabe sein. Eine der größten Herausforderungen sind Schädlinge, die die Gesundheit der Pflanzen gefährden und die Ernte zerstören können. Früher oder später wird jeder Grower mit Schädlingen zu kämpfen haben. In diesem Blogbeitrag erfährst du, welche Schädlinge im Cannabisanbau besonders häufig vorkommen, wie man sie identifiziert, welche Schäden sie verursachen und wie man sie effektiv bekämpft.

Inhalt:

  1. Spinnmilben
  2. Thripse
  3. Blattläuse
  4. Trauermücken
  5. Weitere Schädlinge
  6. Fazit

1. Spinnmilben (Tetranychidae)

1.1 Identifizierung

Spinnmilben sind winzige, rotbraune oder gelbliche Insekten, die sich an der Unterseite der Blätter ansiedeln. Sie spinnen feine Netze, die man oft zwischen den Blättern und Stängeln sieht. Ein Anzeichen für einen Befall sind kleine gelbe oder weiße Flecken auf den Blättern, die später zu größeren Verfärbungen führen. Die Milben selbst sind sehr klein, sie können z.B. mit Erdkrümeln verwechselt werden. Die typischen Spinnweben zeigen sich meist erst, wenn der Befall schon etwas fortgeschritten ist. Bei sehr starkem Befall zeigt die Pflanze ein deutlich kränkliches Aussehen, die Blätter können ähnlich wie bei einem Stickstoffüberschuss aussehen.

Spinnmilben Grow Spidermites Cannabis Hanf erkennen und behandeln
Spuren von Spinnmilben auf Blattoberseite
Spinnmilbe Cannabis auf Hanfblatt erkennen
Spinnmilbe auf Hanfblatt mit typischen weißen Punkten
Spinnmilben Grow Spidermites Cannabis Hanf erkennen und behandeln
Spinnmilben sitzen auf Blattunterseite
Spinnmilben Grow Spidermites Cannabis Hanf erkennen und behandeln
Hanfpflanze mit starkem Spinnmilbenbefall, deutlich kränkliches Aussehen

1.2 Folgen

Spinnmilben ernähren sich vom Pflanzensaft, was die Pflanze schwächt und das Wachstum verlangsamt. Bei starkem Befall können die Blätter abfallen und die Pflanze stirbt ab. Spinnmilben sind ein ernsthaftes Problem, es muss sofort gehandelt werden um den Ausfall der kompletten Ernte zu verhindern. Bei zu starkem Befall kann es vorkommen, dass betroffene Pflanzen entsorgt werden müssen. Befallene Pflanzen sollten von gesunden getrennt werden, um die Verbreitung zu verhindern.

1.3 Bekämpfung

  • Prävention: Halte die Luftfeuchtigkeit hoch und vermeide extreme Temperaturen, da Spinnmilben trockene, warme Bedingungen bevorzugen. Sauberes Arbeiten ist wichtig, Spinnmilben können leicht von draußen oder von befallenen Zimmerpflanzen eingeschleppt werden.
  • Biologische Bekämpfung: Setze Nützlinge wie Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) ein.
  • Chemische Bekämpfung: Insektizide auf Neemöl-Basis oder spezifische Akarizide können verwendet werden, sollten aber mit Vorsicht eingesetzt werden. (Nicht in der Blüte geeignet)

2. Thripse (Thysanoptera)

2.1 Identifizierung

Thripse sind winzige, schlanke Insekten, oft gelb oder schwarz, die sich auf den Blättern aufhalten. Sie sind mit dem Auge nur bei sehr genauem Hinschauen zu erkenne. Wackelt man an den Blättern laufen sie meistens los und verstecken sich schnell auf der Blattunterseite. Sie hinterlassen silbrige Streifen oder Flecken auf den Blättern, oft begleitet von kleinen schwarzen Kotpunkten. Bei einem geringen Befall sind zwar Spuren auf den Blättern zu sehen, häufig findet man aber keine Thripse. Wenn jedoch Spuren wie auf den Bildern zu sehen sind, sind auch Thripse vorhanden, unabhängig davon ob du sie siehst oder nicht.

Fraßspuren und Thripskot
Thrips auf Hanfblatt
Thrips Schäden auf Blatt

2.2 Folgen

Durch das Saugen an den Blättern schwächen Thripse die Pflanze. Dies kann zu Wachstumsstörungen und einer verringerten Photosynthese führen. Starker Befall kann zu schweren Ertragseinbußen führen. Thripsbefall kommt sehr häufig vor, die Gefahr für die Ernte ist allerdings im mittleren Bereich. (kein grund zur panik). Sind Thripse einmal aufgetreten, kann es sehr schwierig werden, sie wieder komplett loszuwerden. Durch das Anstechen der Blätter können sich dort andere Krankheitserreger auch leichter ausbreiten.

2.3 Bekämpfung

  • Prävention: Eine möglichst feinmaschige Filterung der Zuluft der Growbox hilft gegen das Eindringen ins Zelt. Abdecken der Erde mit Sand oder Tongranulat erschwert es den Larven in der Erde. Eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit reduziert das Risiko.
  • Biologische Bekämpfung: Einsatz von Raubmilben (z.B. Amblyseius cucumeris) oder Florfliegenlarven. Auch präventiv zu empfehlen. Bei starkem Befall nicht ausreichend. (Pilze wie Beauveria bassiana oder metarhizium anisopliae töten Thripse in der Erde)
  • Chemische Bekämpfung: Insektizide auf Neemöl-Basis können effektiv sein. (Gesprüht oder Systemisch), Schmierseife verhindert dass sich Thripse festhalten können. Achtung: Neemöl schädlich für Raubmilben. Nicht in der Blüte anwenden.
  • Blautafeln für erwachsene Thripse, Klebefalle am Stamm der Pflanze xx
  • Abduschen der Pflanze mit abgedeckter Erde um Thripse abzuspülen
  • Umweltbedingungen anpassen, möglichst höhe RLF. Auch notwendig für Raubmilben

3. Blattläuse (Aphidoidea)

3.1 Identifizierung

Blattläuse sind kleine, weiche Insekten, die in Kolonien auf der Unterseite der Blätter oder an frischen Trieben leben. Sie sind meist grün, schwarz oder gelb. Ihre Anwesenheit wird oft durch klebrige, glänzende Honigtau-Ablagerungen auf den Blättern und draußen durch das Auftreten von Ameisen signalisiert, die diesen Honigtau ernten. Ameisen züchten Blattläuse um sich davon zu ernähren.

3.2 Folgen

Blattläuse saugen den Pflanzensaft und schwächen die Pflanze, was zu Wachstumsstörungen und deformierten Blättern führt. Der Honigtau kann Schimmelbildung fördern, was die Pflanze weiter schädigt.

3.3 Bekämpfung

  • Prävention: Halte die Pflanzen stark und gesund, da Blattläuse geschwächte Pflanzen bevorzugen.
  • Biologische Bekämpfung: Einsatz von Marienkäfern oder Florfliegen, die sich von Blattläusen ernähren.
  • Chemische Bekämpfung: Seifenlösungen oder Neemöl sind wirksam und schonen die Pflanze.

4. Trauermücken (Sciaridae)

4.1 Identifizierung

Trauermücken sind kleine, schwarze Fliegen, die um die Basis der Pflanze schweben. Sie vermehren sich sehr schnell. Ihre Larven, die im Boden leben, ernähren sich hauptsächlich von abgestorbenen Wurzeln. Trauermücken treten indoor sehr häufig auf.

4.2 Folgen

Die Larven ernähren sich von den Wurzeln, was das Wurzelwerk schwächt und die Nährstoffaufnahme der Pflanze beeinträchtigt. Dies führt zu Wachstumsstörungen und kann die Pflanze schädigen. Trauermücken sind zwar die indoor am häufigsten auftretenden Schädlinge, dafür allerdings mit dem geringsten Schadpotential.

4.3 Bekämpfung

  • Prävention: Vermeide Überwässerung und sorge für eine gute Drainage, da feuchte Erde Trauermücken anzieht. Eine Deckschicht aus Tongranulat auf der Erde im Topf kann das Ablegen von Eiern erschweren.
  • Biologische Bekämpfung: Nematoden (Steinernema feltiae) sind effektive biologische Mittel gegen die Larven. Sie werden dem Gießwasser zugegeben.
  • Chemische Bekämpfung: Gelbtafeln können verwendet werden, um die adulten Fliegen zu fangen. Diese sollten immer eingesetzt werden, und dienen auch zur Befallskontrolle.

5. Weitere Schädlinge

Neben den bereits genannten Schädlingen gibt es noch eine Vielzahl anderer Plagen, jedoch treten diese seltener auf. Der Artikel wird noch um weitere Schädlinge ergänzt werden.

Wolllaus Schädlinge Cannabis Grow
Wolllaus auf Cannabispflanze

Fazit

Schädlinge im Cannabisanbau sind eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit deiner Pflanzen und die Qualität deiner Ernte. Die regelmäßige sorgfältige Überprüfung der Pflanzen, das frühzeitige Erkennen von Anzeichen eines Befalls und der Einsatz der richtigen Bekämpfungsmethoden sind entscheidend, um den Schaden zu minimieren. Während biologische Methoden oft die umwelt und konsumentenfreundlichere Wahl sind, können in extremen Fällen auch chemische Mittel notwendig sein. Chemische Mittel sollten allerdings nicht in der Blüte verwendet werden, hier greifst du besser auf Nützlinge wie Raubmilben oder Nematoden zurück. Wie du Raubmilben selbst züchten kannst, erfährst du hier. (link) Mit einer guten Präventionsstrategie und schnellem Handeln kannst du deine Pflanzen gesund halten und eine gute Ernte einfahren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert