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Stromkosten beim Grow drastisch senken

Hat man sich endlich alles benötigte an Grow-Zubehör gekauft, dürfte der Geldbeutel mittlerweile schon gut geleert sein. Übrig bleiben dann die laufenden Kosten, wobei die Stromkosten hiervon den mit Abstand größten Teil ausmachen. Da sie immer wieder anfallen, lohnt es sich, sich damit zu beschäftigen.

Inhalt

  1. Berechnung des Verbrauchs und der Kosten – Wie berechnet man den Stromverbrauch und was bedeuten die einzelnen Einheiten? Vorstellung eines Online-Rechners zur Berechnung der Stromkosten.
  2. Günstig Strom einkaufen – Möglichkeiten, um den Strompreis zu reduzieren und ob sich ein Anbieterwechsel lohnt.
  3. Verbrauch reduzieren – Lohnt sich ein Upgrade auf moderne LEDs und welche weiteren Einsparmöglichkeiten gibt es?
  4. Energie bestmöglich nutzen – Wie kann die erzeugte Energie effizienter genutzt werden?

1. Berechnung des Verbrauchs und der Kosten

Um Strom und damit bares Geld zu sparen, müssen wir zunächst wissen, wie sich der Verbrauch unserer Geräte berechnen lässt und was es mit den verschiedenen Einheiten auf sich hat.

Stromverbrauch und Einheiten

Der Stromverbrauch wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen. Eine Kilowattstunde kostet beispielsweise 30 Cent. Die Leistung von Elektrogeräten wird in Watt (W) angegeben.

  • 1 Kilowatt (kW) = 1000 Watt (W)
  • Um eine Kilowattstunde zu verbrauchen, muss ein Gerät mit 1000 W eine Stunde lang laufen.
  • Falls die Wattzahl eines Geräts nicht auf dem Typenschild steht, kann sie einfach berechnet werden:
    • Spannung (V) × Stromstärke (A) = Leistung (W)
    • Beispiel: 230 Volt × 0,5 Ampere = 115 Watt

Online-Rechner zur Berechnung des Stromverbrauchs

Um die aufwendige Rechnerei zu ersparen, gibt es einen Online-Stromkostenrechner. Es gibt zwei verschiedene Versionen:

Nutzung des Rechners

  1. Maximale Leistung der Lampe eingeben (in Watt)
  2. Aktuellen Strompreis pro kWh eingeben
  3. Beleuchtungsdauer für die Wachstumsphase festlegen
  4. Dimmbarkeit der Lampe berücksichtigen
  5. Dauer der Wachstumsphase in Tagen eintragen
  6. Werte für die Blütephase analog eintragen
  7. Lüftungssystem mit einberechnen (Abluft und Umluft)
  8. Falls vorhanden, realen Verbrauch mit WLAN-Steckdose messen

Der Rechner zeigt sofort die erwarteten Stromkosten für einen Durchgang an und ermöglicht das Experimentieren mit verschiedenen Parametern.

2. Günstig Strom einkaufen

Den Verbrauch abschätzen

Nachdem nun klar ist, wie viel Strom das Growen pro Jahr verbraucht, stellt sich die Frage: Lässt sich der Preis pro Kilowattstunde senken? Hier liegt das größte Sparpotenzial.

Im Jahr 2024 lag der durchschnittliche Strompreis laut BDEW bei über 40 Cent pro kWh. Allerdings war mein persönlicher Preis durch Anbieterwechsel und Boni nur 26,6 Cent/kWh.

Um den günstigsten Preis zu erzielen, sollte der gesamte Stromverbrauch pro Jahr möglichst genau eingeschätzt werden. Dabei helfen alte Rechnungen oder der Verbrauch aus vergangenen Jahren.

Die Auswirkungen eines günstigeren Strompreises

Ein Beispiel:

  • Zweipersonenhaushalt: 2500 kWh/Jahr
  • Zusätzlicher Verbrauch durch Grow: 600 kWh
  • Gesamtverbrauch: 3100 kWh (zur besseren Vergleichbarkeit rechne ich mit 3500 kWh)
Strompreis (inkl. Grundgebühr)Kosten pro Jahr
Durchschnitt (40 ct/kWh)1400 €
Mein Preis 2024 (26,6 ct/kWh)931 €

Ersparnis: 469 € pro Jahr!

Stromanbieter wechseln

Die effektivste Methode zur Kostensenkung ist das jährliche Stromanbieter-Hopping. Durch regelmäßige Anbieterwechsel lassen sich oft Neukundenboni sichern, die den Preis weiter senken.

Bei meinem letzten Anbieterwechsel erhielt ich 15 % Rabatt.

Zeitaufwand für einen Wechsel: ca. 1 Stunde

Ersparnis: mehrere hundert Euro pro Jahr

Ein Stromkosten-Vergleichsrechner hilft dabei, verschiedene Anbieter objektiv zu vergleichen.

Preissteigerungen erkennen und vermeiden

Wenn ein Stromvertrag ausläuft, erhöhen Anbieter oft die Preise. Die neuen Konditionen sind oft unübersichtlich dargestellt, um Kunden von einem Wechsel abzuhalten.

Wichtig sind nur:

  • Neuer Grundpreis pro Monat
  • Neuer Arbeitspreis pro kWh (inkl. Steuern)

Ein Beispiel:

  • Alter Preis: 26,6 ct/kWh
  • Neuer Preis: 33,2 ct/kWh (+26 % Steigerung!)
  • Bonus-Effekt: 15 % zusätzlicher Rabatt fällt weg → Effektive Erhöhung: 41 %

Tipp: Wer ein Sonderkündigungsrecht hat, sollte vor einer Kündigung prüfen, ob der Neukundenbonus verfällt!

Ein spezieller Stromtarif-Rechner hilft, den echten kWh-Preis inklusive Grundgebühr und Boni zu berechnen.

Auswahl des neuen Stromanbieters

Um den neuen Stromanbieter auszuwählen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, am besten gefällt mir das Portal Check24. Zum gleichen Urteil kam auch Stiftung Warentest im Jahr 2021.

Wonach Tarif auswählen?

Anschließend sehen wir uns die Filtermöglichkeiten an. Die genauen Konditionen sind Geschmackssache, und letztlich muss da jeder selbst entscheiden. Ich würde jedoch nur Festpreistarife auswählen, denn dort wird der Preis für eine gewisse Zeit garantiert. Flextarife können zwar jetzt günstig erscheinen, der Anbieter kann und wird die Preise jedoch schnell erhöhen.

Als Vertragslaufzeit würde ich nur Tarife mit zwölf Monaten wählen, da diese in der Regel eine zwölfmonatige Preisgarantie enthalten. Unter den erweiterten Filtern kann hier noch die Mindest-Preisfixierung auf zwölf Monate gesetzt werden.

Zum Schluss gibt es noch die Möglichkeit zu filtern, ob Boni mit einberechnet werden sollen oder nicht. Diese Entscheidung ist etwas individueller und hängt von mehreren Faktoren ab.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du noch mindestens ein Jahr an diesem Ort wohnst, würde ich die Boni nicht mit einberechnen, denn sie werden in der Regel erst nach einer Laufzeit von 12 Monaten ausgezahlt. Kündigst du vorher, bekommst du meist gar nichts. Das gilt nicht für den Blitzbonus oder Sofortbonus, die meist schon nach 60 Tagen ausgezahlt werden.

Ein anderer Faktor ist, wie flüssig du bist. Wird das Geld am Monatsende knapp, würde ich eher einen Vertrag ohne Bonus wählen, da dieser vorher höhere monatliche Beträge vermeidet.

Mit einem Vertrag ohne Bonus kannst du dann direkt die monatliche Zahlung reduzieren, zahlst aber insgesamt vielleicht etwas mehr. Den Punkt Ökostrom kann jeder für sich selbst entscheiden, mir geht es hier nur um die wirtschaftliche Betrachtung.

Nachdem die Filter nun gesetzt wurden, werden dir die günstigsten Stromtarife angezeigt. Aber Achtung, von diesem Preis wurden die Boni jedoch schon abgezogen. Der monatlich tatsächlich zu zahlende Betrag findet sich mittig unter „geschätzter oder garantierter Abschlag“.

Da wir möglicherweise innerhalb der nächsten zwölf Monate umziehen werden, beziehe ich für mich nur Sofortboni mit ein, da diese direkt gezahlt werden und nicht an die Laufzeit gebunden sind.

Zusammenfassend ist also die Auswahl mit nur Sofortbonus und günstigster Gesamtpreis für mich die richtige Wahl.

Wäre ich sicher noch ein Jahr hier zu wohnen, könnte ich alle Boni mit einbeziehen und würde dann noch einmal ein paar Euro pro Jahr sparen. Kündige ich den Vertrag wegen Umzugs aber vor Ablauf der zwölf Monate, platzt der Bonus und ich lege drauf.

3. Stromsparende Geräte

Neben dem günstigen Einkauf von Strom ist es sinnvoll, den Verbrauch zu reduzieren. Gerade beim Grow laufen viele Geräte über längere Zeiträume, sodass bereits wenige Watt Unterschied eine große Auswirkung haben können.

Beispielrechnung:

Einsparung von 30 Watt durch effizientere Geräte über einen Grow von 1920 Stunden:

  • 30 W * 1920 h = 57,6 kWh
  • Bei 30 ct pro kWh ergibt das eine Ersparnis von 15 € pro Durchgang.
  • Bei drei Grows pro Jahr sind das 45 € pro Jahr.

Die größten Verbraucher und Einsparmöglichkeiten:

Lampen

Die Beleuchtung ist der stärkste Verbraucher. Der Umstieg auf moderne LEDs spart im Vergleich zu alten Metalldampflampen erheblich Energie. Doch selbst bei LEDs gibt es Effizienzunterschiede:

  • Natriumdampflampen (NDL) haben meist nur eine Effizienz von 1,7 µmol/J.
  • Moderne LED-Modelle erreichen bis zu 3,16 µmol/J.
  • Ein Wechsel von alten NDLs zu LEDs lohnt sich sofort, während sich ein Upgrade innerhalb der LED-Technologie erst langfristig rentiert.

Netzteile

Die Effizienz einer Lampe hängt auch vom Netzteil ab. Häufig wird nur die Effizienz der Chips angegeben, die Netzteile aber nicht beachtet. Beim Dimmen sinkt die Effizienz des Netzteils, was zu unnötigem Verbrauch führen kann. Ideal ist ein Netzteil, das im Bereich von 60–80 % Leistung betrieben wird, da hier der beste Wirkungsgrad erzielt wird.

Abluftsystem

Ein alter AC-Lüfter verbraucht oft unnötig viel Strom. Der Umstieg auf einen modernen EC-Lüfter kann den Verbrauch erheblich senken.

  • Beispiel: Ein alter AC-Lüfter mit Stufentrafo verbraucht rund 40–50 W.
  • Ein moderner EC-Lüfter mit höherem Luftdurchsatz benötigt nur 10–15 W.
  • Die Ersparnis kann sich auf 50 € pro Jahr belaufen.

Falls ein alter AC-Lüfter noch einen Verkaufswert hat, kann sich ein Wechsel bereits nach wenigen Grows amortisieren.

4. Energie effizient nutzen

Strom günstig einkaufen und effiziente Geräte verwenden sind zwei wichtige Schritte. Doch auch die optimale Nutzung der eingesetzten Energie ist entscheidend.

Achtung: Stark vereinfachte Annahmen.

Optimale Beleuchtung

Je geringer der Abstand der Lampe zur Pflanze, desto effizienter wird das Licht genutzt. Eine Verdoppelung des Abstands reduziert die Lichtausbeute auf 25 %. Der ideale Abstand hängt vom jeweiligen Lampenmodell und den Pflanzen ab.

  • Dimmung statt Abstand: Statt die Lampe weiter wegzuhängen, ist es oft sinnvoller, sie zu dimmen. Das spart Energie, ohne Licht zu verschwenden.
  • Gleichmäßige Ausleuchtung: Eine zu hohe Lampe beleuchtet die Fläche zwar gleichmäßiger, reduziert aber die Lichtmenge, die bei den Pflanzen ankommt.

Optimale Flächennutzung

Eine große Anbaufläche ohne dichtes Blätterdach bedeutet, dass Licht verschwendet wird. Ein geschlossenes Blätterdach sorgt für eine maximale Ausnutzung der Beleuchtung.

SCROG-Technik kann helfen, eine maximale Flächenausnutzung zu erreichen.

Beispielrechnung für ein 80×80 cm Zelt:

Grundfläche: 0,64 m²

Zwei Pflanzen bedecken nur 59 % der Fläche, 41 % der Energie wird verschwendet.

Mit vier Pflanzen steigt die Abdeckung auf 71 %, wodurch mehr Licht genutzt wird.



Fazit

Mit den richtigen Maßnahmen lassen sich die Stromkosten beim Growen erheblich senken:

Durch diese Maßnahmen sind Einsparungen von mehreren hundert Euro pro Jahr möglich – nicht nur für den Grow, sondern auch für den gesamten Haushalt!

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